In eine kleinere Wohnung ziehen: Die Kunst des Reduzierens

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Jede Änderung im Leben stellt uns vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Definitiv eine der größeren ist die räumliche Veränderung. Paare ziehen zusammen, Nachwuchs kündigt sich an, der Raum wird knapp. Der eine oder andere erfüllt sich dann den Traum vom Haus. Es geht jedoch nicht immer nur zum größeren Wohnraum hin, sondern durchaus auch in die andere Richtung, etwa zum Umzug vom Haus in eine Wohnung oder von einer großen in eine kleinere Wohnung.

Es gibt viele Gründe, warum man sich räumlich verkleinern und in eine kleinere Wohnung ziehen möchte oder muss. Das kann passieren, wenn die Studien-WG sich nach dem Studium auflöst, bei räumlicher Trennung nach dem Ende einer Beziehung, weil einem das Haus oder die Wohnung nach dem Auszug der Kinder einfach zu groß und leer vorkommt oder schlicht und einfach, um Mietkosten zu sparen.

Selbstverständlich steht aber nicht immer ein negativer Grund hinter der Entscheidung, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Viele entscheiden sich mittlerweile auch ganz bewusst dafür, ihren Wohnraum und Besitz zu reduzieren. Welche Vorteile eine kleine Wohnung mit sich bringt, das sehen wir uns in diesem Blogartikel an und geben Ihnen zusätzlich einige Tipps zur Organisation des Umzugs.

Die Vorteile einer kleinen Wohnung

Egal aus welchem Grund: Die Entscheidung zu dem Schritt, in eine kleinere Wohnung zu ziehen, fällt oftmals schwer. Dabei ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass kleine Wohnungen auch Vorteile mit sich bringen:

  • Ressourcenersparnis
    Das Wichtigste zuerst: Auch wenn der Umzug in eine kleinere Wohnung erstmal kräftig an den Ressourcen Zeit und Geld nagt: Wer den Schritt wagt und sich räumlich verkleinert, wird relativ bald feststellen, dass sich (je nach Wohnort) der Kosten- und Unterhaltsaufwand (beispielsweise für die Reinigung, Schönheitsreparaturen etc.) bald merklich verkleinern wird.

    Die Immobilien- und Mietpreise variieren zwar stark, aber Strom- und Heizkosten reduzieren sich nahezu von allein. Logisch, kleinere Räume lassen sich schneller und nachhaltiger heizen und beleuchten. Somit spart eine kleinere Wohnung auch im Hinblick auf die Umwelt Ressourcen.

  • Schaffung neuer Möglichkeiten
    Die Einsparungen hinsichtlich der Ressourcen öffnen dann häufig auch Tür und Tor für ganz neue Möglichkeiten. Wer weniger Zeit mit der Raumpflege verbringt, hat mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Und wer weniger Miete zahlt, hat mehr Geld zur Verfügung, um sich häufiger kleine Freuden machen oder auf einen größeren Traum – etwa eine Weltreise – schneller hinsparen zu können.

    Oft ist es aber auch schon schön, wenn man sich nach dem gemeinsamen Abendessen und dem anschließenden Kinobesuch mit Freunden uneingeschränkt über den erlebten Abend freuen kann, ohne die Ausgaben an anderer Ecke einsparen zu müssen.

  • Befreiung
    Dass viel Besitz belastend und erdrückend wirken kann, ist weitreichend bekannt. Nicht umsonst entwickeln sich Wohntrends wie Minimalismus und Aufräumtrends wie Magic Cleaning. Der Umzug in eine kleine Wohnung kann daher durchaus auch befreiend wirken. Auch wenn der Gedanke an weniger Platz viele erst einmal abschreckt, die Einbußen an Wohnraum haben durchaus einen Vorteil: Das Anhäufen von „Kram“ wird so ganz automatisch unterbunden, da man sich mit weniger Platz eben auch deutlich schneller eingebaut und erdrückt fühlt.
  • Mehr Nähe
    Egal, ob man allein oder zu zweit in eine kleinere Wohnung zieht, weniger Raum bedeutet letztlich auch mehr Nähe. Das muss selbstverständlich nicht heißen, dass man nun permanent aufeinander sitzt, aber man rückt einander eben näher und lernt, sich miteinander zu arrangieren, miteinander zu reden und miteinander Zeit zu verbringen. Wer ohne Mitbewohner in eine kleinere Wohnung zieht, kommt unweigerlich auch sich selbst wieder näher. Und das kann so verkehrt doch nicht sein, oder?

Wenn man sich nun vorstellt, dass unsere Vorfahren Mitte der 60er-Jahre mit einer Fläche von 22 m2 pro Kopf (gemäß Statistischen Bundesamts) verhältnismäßig gut leben konnten und Menschen einiger extrem überbevölkerter Länder von der aktuellen hiesigen Pro-Kopf-Wohnfläche von knapp 48 m2 nur träumen können, wird deutlich, dass das Leben auf kleinem Raum absolut nicht so unmöglich ist, wie viele sich das vorzustellen scheinen. Im Gegenteil, die Vorzüge des kleinen Raums sprechen für sich und richten den Blick auf das Wesentliche.

Gut bedacht ist halb gemacht: Tipps zur Organisation

Wer schon einmal umgezogen ist, weiß, wie wichtig es ist, vorher gründlich zu entrümpeln und auszumisten. Insbesondere, wenn man sich räumlich verkleinern und in eine kleinere Wohnung ziehen muss oder möchte, sollte dieser Schritt erfolgen, sobald die Entscheidung zum Umzug in die kleinere Wohnung gefallen ist. Doch auch jenseits des Ausmistens gibt es nun einiges zu organisieren und zu beachten. Wie Sie die entsprechenden Schritte für sich einfacher gestalten können, zeigen wir Ihnen mit unseren Tipps.

Grundriss und Maße der neuen Wohnung besorgen

Sobald der Mietvertrag unterzeichnet ist, ist es von Vorteil, den Grundriss und die Maße der Wohnung und der einzelnen Räume zu kennen. Den Grundriss kann man auf Nachfrage meist vom Makler oder der Hausverwaltung beziehen, die Maße notfalls auch selbst nehmen. Sind alle Unterlagen und Maße vorhanden, beginnt die Bastelstunde.

Es lohnt sich, den Grundriss auf eine brauchbare Größe zu vergrößern und im selben Maßstab Skizzen der aktuell vorhandenen Möbel anzufertigen, die dann einfach auf den Grundriss gelegt und nach Bedarf verschoben werden können. So verschafft man sich Klarheit, welche Möbel im neuen Domizil Platz finden und welche nicht. Und natürlich auch darüber, was möglicherweise neu angeschafft werden muss und welche Kosten damit verbunden sind. Gleichzeitig ist so vielleicht aber auch schon der neue Raumplan entstanden, den man später beim Umzug dann einfach aushängen kann. Die Frage, was wohin gehört, erübrigt sich damit meist schon und erspart Ihnen am Umzugstag viel Fragerei.

Aufräumen und ausmisten

Wer einen groben Plan hat, welche Möbel mitkommen und welchen Stauraum diese bieten, kann nun mit dem eigentlichen Ausmisten beginnen. Eine Möglichkeit hierfür wäre z. B. das systematische Durchkämmen der Räume bis in den letzten Winkel und die Aufteilung der Fundstücke in vier Haufen – oder in vier Kartons: behalten, wegwerfen, spenden, verkaufen. Alles, was während des Streifzugs durch die Wohnung in die Hand genommen wird, wird in einem dieser Kartons untergebracht. Als Faustregel gilt: Alles, was seit einem Jahr oder länger nicht verwendet wurde oder in doppelter Ausführung vorhanden ist, kann weg.

Dabei sollte nicht geknausert werden, es geht ja schließlich darum, sich den neuen Räumlichkeiten anzupassen, die eben nicht so viel Platz bieten. Generell sollte wirklich nur noch das Nötigste mitgenommen werden. Natürlich muss das Entrümpeln nicht an einem einzigen Tag geschehen. Jeden Tag eine Stunde oder einen bestimmten Tag in der Woche komplett dafür einplanen, dann wird das Aufräumen und Ausmisten zum Kinderspiel. Mit dem einen oder anderen gefundenen Schatz lässt sich unter Umständen sogar noch etwas Geld hinzuverdienen, das die Finanzierung des Umzugs erleichtert.

Umzugsunternehmen oder Freunde?

So oder so, ein Umzug ist teuer und aufwendig. Spannt man ein Umzugsunternehmen ein, können sich die Kosten allerdings relativ schnell potenzieren. Kostenkontrolle? Schwierig. Die gute Nachricht: Wer ordentlich ausgemistet und gepackt hat, kann meist ganz gut einschätzen, wie groß der Aufwand sein wird. Es kann sogar sein, dass sich ein Umzugsunternehmen dann gar nicht lohnt.

Meist passen die nun relativ stark reduzierten Besitztümer in einen Sprinter, der sich heutzutage recht preiswert mieten lässt. Wer dann noch Freunde hat, auf deren Hilfe er beim Schleppen zählen kann, spart natürlich eine Menge Geld. Insbesondere deshalb sollte man sich die Hilfe dann aber erst recht etwas kosten lassen, indem man die tapferen Helfer auf die eine oder andere Art für ihren Aufwand entschädigt, z. B. mit Getränken, einem Imbiss, einer Einladung zum Essen – und natürlich zur Einweihungsparty.

Aber eins nach dem anderen. Nun bedarf es nur noch ein bisschen Planung hinsichtlich des Termins, der Uhrzeit und des gemeinsamen Vorgehens. Mit einer Whatsapp-Gruppe ist das alles gut machbar.

Nichts ist für immer

Knapp neun Jahre beträgt aktuell die durchschnittliche Wohndauer in Deutschlands Mietwohnungen. Abweichungen im Sinne eines erneuten Umzugs nach wenigen Jahren oder sogar nur Monaten sind jedoch nicht ungewöhnlich. Wenn also abzusehen ist, dass das Umziehen in eine kleinere Wohnung nur eine temporäre Lösung sein wird, dann kommt natürlich die Frage auf, ob radikales Ausmisten angemessen ist. Manche Gegenstände (Möbel, Spülmaschine etc.) werden ja vielleicht in der darauffolgenden Wohnung wieder benötigt.

Auch kommt es vor, dass der Umzug in die kleinere Wohnung sehr kurzfristig erfolgt und die Zeit zum Ausmisten einfach fehlt, die neue Wohnung aber nicht genug Platz für alles bietet. Für beide Szenarien gibt es eine einfache und günstige Lösung: Die vorübergehend nicht benötigten Besitztümer können übergangsweise in einen Self Storage ausgelagert werden. Einfach Lagerraum mieten, Möbel demontieren, sicher (witterungs- und diebstahlgeschützt) einlagern und zum gewünschten Zeitpunkt wieder zurückholen. Mylager bietet flexible Self Storage Lösungen zu fairen Preisen an über 40 Standorten in Deutschland an.