Die durchschnittliche Wohnfläche der Deutschen

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Durchschnittliche Wohnfläche

In einigen Haushalten in Deutschland gibt es zu viel, in vielen anderen zu wenig Platz. Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie beispielsweise die Scheu vor einem Umzug aufgrund der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt. Welche Entwicklungen das Wohnen in Deutschland gemacht hat und welche Ursachen diese verursacht haben, haben wir uns genauer angesehen. Außerdem geben wir Tipps für das Wohnen auf wenig Raum.

Wohnen früher und heute

Wie viel Platz zum Wohnen wir für uns beanspruchen können, ist stark von äußeren Faktoren wie der Bevölkerungsdichte und der wirtschaftlichen Lage des Landes abhängig. Dementsprechend findet sich in der Geschichte der durchschnittlichen Wohnfläche auch zu einem gewissen Teil die Geschichte Deutschlands wieder.

Das Konzept von privaten Wohnräumen, die von den Arbeitsräumen getrennt waren, existiert erst seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Bis dahin stand den meisten Familien nur ein Raum zur Verfügung, in dem gewohnt, gearbeitet und geschlafen wurde. Häufig gab es auch keine separaten Waschräume, sondern lediglich dafür vorgesehene Bereiche im Raum. Toiletten auf den Fluren wurden Stück für Stück in die Häuser eingebaut und machten den Waschgang zu etwas Privatem. Mit neuen Errungenschaften, die alte Vorrichtungen ablösten – wie der Heizung anstelle eines Kohleofens oder dem Kühlschrank anstelle eines Kellerraums – konnte mehr Platz in den Häusern geschaffen werden, da Lagerräume für Heizmaterial und Ähnliches wegfielen. So etablierten sich einzelne Räume mit bestimmten Nutzungszwecken wie etwa das Schlafzimmer.

Schaut man darauf, wieviel Wohnfläche die Deutschen beispielsweise in den 60er und 70er Jahren im Durchschnitt hatten, entdeckt man Erstaunliches. Denn zu dieser Zeit hatten Einwohner etwa halb soviel Platz zum Wohnen wie in den letzten Jahren. 1972 musste man im Durchschnitt mit knapp 27 Quadratmetern und 1965 sogar noch mit 22 Quadratmetern auskommen. Zwischen 2011 und 2017 stieg die Wohnfläche schließlich von 46,1 Quadratmeter auf 46,5 Quadratmeter.

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Wohnflächen im Vergleich

Bezüglich der Art, wie wir wohnen und mit wem, hat sich seitdem einiges geändert. Im Jahr 1950 lebten durchschnittlich 4,7 Personen zusammen in einem Haushalt, inzwischen sind es nur noch zwei Personen. Das liegt unter anderem daran, dass es immer weniger Mehr-Generationen-Haushalte gibt, da die Kinder ab einem bestimmten Alter ganz selbstverständlich bei ihren Eltern ausziehen. Der Trend dahingehend, dass die Anzahl der Personen pro Wohneinheit immer geringer geworden ist, trägt mit dazu bei, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf gestiegen ist – Die meiste Wohnfläche pro Kopf beanspruchen Einzelhaushalte für sich, da sich diese die Küche und das Badezimmer nicht teilen. Im Jahr 2014 lag bei diesen Haushalten die Wohnfläche im Durchschnitt bei 66,7 Quadratmetern, im Gegensatz zu 2-Personenhaushalten mit 48 Quadratmetern Wohnfläche.

Viele Jugendliche ziehen zum Arbeiten oder für das Studium in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land und kommen nicht wieder zurück. Das war früher anders. Dieser Faktor, der zu einem höheren Bedarf an Seniorenheimen und Pflegestellen führt, hat also auch einen großen Einfluss auf die Wohnsituation in deutschen Städten. Viele ältere Menschen leben in Wohnungen, die eigentlich zu groß für sie allein sind, während junge Familien gerade in Großstädten immer mehr Probleme haben, Wohnungen mit ein oder zwei Zimmern mehr zu finden. Nach Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und des Statistischen Bundesamtes ist der Anteil älterer Haushalte, die im Eigenheim leben, von 1978 bis 2014 von 40 auf 55 Prozent gestiegen. Und besonders Immobilieneigentümer verlassen ihre Wohnung oder ihr Haus nach dem Auszug des Nachwuchses nicht für ein kleineres Zuhause. Für Mieter bedeutet ein Umzug vor allem bei schon lange laufenden Mietverträgen auch eine höhere Miete – selbst dann, wenn die neue Wohnung kleiner ist als die alte.

Die Entwicklung der letzten Jahre

In den letzten Jahren sind die Mieten in ganz Deutschland stark gestiegen. Das hat dazu geführt, dass sich viele Menschen nur noch weniger Quadratmeter leisten können, als sie eigentlich benötigen würden. In München werden schon kleinste WG-Zimmer zur Untermiete für sehr viel Geld vermietet. Und andere Städte ziehen im Eiltempo nach. Wer aufgrund seines Jobs gezwungen ist, in der Stadt zu wohnen oder aus anderen Gründen nicht ins Umland ziehen kann, muss sich beim zur Verfügung stehenden Platz zum Wohnen wahrscheinlich einschränken. Als Student bieten sich WG-Zimmer oder günstige Mieträume in Studentenwohnungen an. Diese befinden sich meistens auch praktischerweise in unmittelbarer Nähe zum Campus. Größere Möbel und andere Dinge kann man unter Umständen noch eine Weile in seinem Elternhaus lagern. Doch spätestens mit der Familiengründung steigt der Platzbedarf an – und damit die Frage danach, wo die Sachen untergebracht werden sollen. Für immer mehr Menschen lautet die Antwort auf diese Frage Self Storage. Mit der Einlagerung in einem gemieteten Lagerraum kann man weiterhin auf seine Dinge zugreifen und weiß zugleich, dass diese gut aufgehoben sind und weder verloren gehen noch unbrauchbar werden.

Was tun, wenn der Platz nicht ausreicht?

Wer keine größere Wohnung findet, kann sich mit etwas Aufwand oft auch gut mit kleineren Räumen arrangieren. Viele Möbelhersteller bieten besonders platzsparende Wandregale, Betten zum Hochklappen oder ausziehbare Esstische für diese Fälle an. Auch selber bauen ist natürlich eine Option. So kann man die Maße der Möbel perfekt auf die Wohnung abstimmen und dadurch einiges an Platz einsparen. Doch auch mit diesen Maßnahmen ist der Platz weiterhin sehr begrenzt und das Klavier, das Ecksofa oder die vielen Kleider passen einfach nicht in die Wohnung. Dann sollte gemeinsam entschieden werden, was in einem gemieteten Lagerraum untergebracht wird. Am besten dafür eigenen sich die Sachen, die nur selten und in bestimmten Situationen benötigt werden, beispielsweise die Ski-Ausrüstung für den jährlichen Winterurlaub oder das geerbte Klavier.