Die Geschichte des Self Storage

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Immer häufiger sieht man vor allem in deutschen Städten die Gebäude, in denen sich mietbare Self Storage Lagerräume befinden. In den Räumen verschiedener Größen können Habseligkeiten untergebracht werden, für die momentan kein Platz in der eigenen Wohnung besteht.Doch seit wann gibt es diese Möglichkeit und wie hat sie ihren Weg zu uns nach Deutschland gefunden? Wir haben uns die Geschichte des Self Storage einmal genauer angesehen.

Was genau ist Self Storage und wer nutzt es?

Den Begriff Self Storage hat inzwischen sicherlich jeder schon einmal gehört. Die mietbaren Lagerräume in verschiedenen Größen, in denen man sein Hab und Gut dauerhaft oder auch nur kurz unterbringen kann, erfreuen sich momentan in Deutschland einer immer größer werdenden Beliebtheit. Dieser Umstand hängt unter anderem mit dem immer teurer werdenden Mieten und Nebenkosten für Wohnungen zusammen. Denn je mehr man als Mieter pro Quadratmeter zahlen muss, umso weniger Platz kann man sich letztendlich leisten. Außerdem besitzen Wohnungen in den Städten häufig zu wenig Stauraum in Form von Einbauschränken, Dachböden und Ähnlichem. Und die Sachen, die nicht mehr in die Wohnung passen, können mit Self Storage unkompliziert ausgelagert werden. Alternativ bliebe nur, die Habseligkeiten zu verkaufen oder zu verschenken, was für viele natürlich nicht die richtige Option ist.

Doch nicht nur zu wenig Platz ist der Grund dafür, warum immer mehr Menschen, vor allem Großstadtbewohner, einige ihrer Dinge lieber auslagern möchten, als diese in den eigenen vier Wänden aufzubewahren. Die Umstände, die das Mieten eines Lagerraums attraktiv machen, sind vielseitig. Darunter fallen beispielsweise Erbschaften, meistens nach dem Tod der Eltern, die erst einmal in Ruhe begutachtet oder geschätzt werden müssen. Diese Dinge sind genauso gut in einem Lagerraum aufgehoben wie die Winterreifen oder die Skiausrüstung, die in der eigenen Wohnung lediglich eine Menge Platz wegnehmen und dazu die Gemütlichkeit zerstören würden. Doch auch ein längerer, aber befristeter Auslandsaufenthalt kann der Grund für die Einlagerung sein. Da viele Self Storage Anbieter den Zugang zu den Lagerräumen rund um die Uhr ermöglichen, können auch Sachen eingelagert werden, die jederzeit erreichbar bleiben sollen.

Der Begriff Self Storage

Der englische Begriff „Self Storage“ bedeutet ins Deutsche übersetzt soviel wie „selbst einlagern“ bzw. Mietlager oder Selbstlagerzentrum und bezeichnet das Lagern von Besitz in dafür vorgesehenen Räumen, wobei die Sachen vom Mieter des Lagerraums selbst eingelagert, verwaltet und wieder abgeholt werden.

Der in Hamburg ansässige Verband deutscher Self Storage Unternehmen e.V. beschreibt den Begriff wie folgt:

„Das Selbst-Einlagern von Gegenständen durch Privatleute oder Firmen in abgeschlossenen, sicheren, sichtgeschützten und bequem zugänglichen individuellen Mieteinheiten unterschiedlicher Größe bei sehr flexiblen Mietzeiten“

Wie alles begann…

Self Storage – also das private Einlagern von Dingen auf Zeit gegen eine monatliche Miete – stammt mit seiner Idee ursprünglich aus Nordamerika. Man kann sagen, dass alles damit begann, wie in den 60er Jahren größere Landbesitzer Schuppen und einfache Häuser bauen ließen, um diese dann an die Bewohner in den Städten zu vermieten. Die Landbesitzer hatten erkannt, dass die dort bewohnten Appartements oft beengt waren und nur sehr wenig Platz für Stauraum bieten konnten, die reicheren Stadtbewohner aber immer mehr Besitz hatten, welchen sie sicher untergebracht wissen wollten. Durch diese Idee konnten die Landbesitzer mit den Mieteinnahmen ein gutes Geschäft machen.

In Europa wurde die Idee des mietbaren Lagerraums in den frühen 80er Jahren aufgegriffen, genauer gesagt im Jahr 1979 in Zürich (Schweiz). Dort eröffnete Ingo Protz, der eigentlich Flugzeuge verkaufte, ein Mini-Storage-Lagerhaus. Das Konzept dahinter hatte er aus seinen USA-Reisen mitgebracht und wollte es als erster auch in Europa etablieren.

Anfangs umfasste sein Angebot gerade einmal 1.500 m², rund 25 Jahre später waren es bereits 8.500 m² mit insgesamt 900 einzeln abschließbaren Lagerräumen zwischen 8 und 45 m³ Platz. Die Schweizer Bevölkerung sah das neue Konzept aus den USA zuerst eher skeptisch und auch die bereits bestehenden großen Umzugsunternehmen, die zum Teil eigene Großlagerräume betrieben, glaubten nicht daran, dass sich Protz‘ Idee durchsetzen würde. Seit 2008 heißt das damalige Kleinunternehmen mit vier Angestellten Zebrabox Ministorage AG und ist in der Schweiz ein beliebter Self Storage Anbieter.

Ein paar Jahre später als in der Schweiz, im Jahr 1984, begann in England Carl Hanauer einen Stall so umzubauen, dass er ihn als Lagerraum vermieten konnte und kurz darauf folgten auch Unternehmer in Frankreich, den Niederlanden und Belgien der Idee und errichteten Lagerräume oder bauten vorhandene Hallen um. In den 90er Jahren schließlich wurde das Angebot an Self Storage Räumen in Österreich, Spanien, Portugal und natürlich in Deutschland umgesetzt und wird immer beliebter. Mit über 40 Standorten sind auch die Self Storage Lagerräume von mylager deutschlandweit zentral und gut erreichbar für alle, die ihre Habseligkeiten einlagern möchten.

Self Storage in den USA und Europa

Da es das Konzept in den USA schon weitaus länger gibt, ist es naheliegend, dass dort auch ein wesentlich größerer Markt besteht. Die Lagerräume waren im Jahr 2011 mit 50.048 Standorten und einer vermietbaren Gesamtlagerfläche von etwa 237 Mio. m² vertreten. Das entsprach etwa 0,69 m² vermietbarer Selfstorage-Lagerfläche pro Bürger. Seitdem ist die Fläche allerdings wieder leicht zurückgegangen.

In Europa befindet sich der Self Storage-Markt noch im Wachstum. Ein Grund dafür, dass der Markt in den USA wesentlich größer ist, sind die fehlenden Kellerabteile der Wohnungen. In Deutschland existieren dank Dachböden und Kellerabteilen trotz des zunehmenden Platzmangels weitaus mehr Möglichkeiten für Mieter von Wohnungen in den Städten, zumindest kleinere Habseligkeiten unterzubringen. Doch mittlerweile gibt es auch hier etwa 3.250 Standorte von Self Storage Lagern mit insgesamt rund 8,7 Mio. m² vermietbarer Fläche (Stand 2017). Das sind 0,018 m² pro Einwohner. Die meisten Self Storage Lagerräume in Europa liegen in Großbritannien, dort gibt es über 1.400 Standorte.

Wachstumspotenzial hat der deutschsprachige Raum – Hier existieren erst um die 300 Standorte mit etwa 0,6 Mio. m² Gesamtlagerfläche. Deutschland ist dabei mit 202 Standorten am stärksten vertreten, die Schweiz auf Platz 2 und Österreich mit nur 32 Standorten der Nachzügler. Die meisten Lagerräume befinden sich in allen Ländern in den Ballungszentren, da vor allem in den Städten Platzmangel herrscht.